KONTEXT Extra:
NSU: Unterstützerumfeld nicht ausermittelt

Die NSU-Expertin im Landeskriminalamt Sabine Rieger hat dem zweiten parlamentarischen Untersuchungsausschuss empfohlen, weitere Zeugen zu den Verbindungen von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Baden-Württemberg zu vernehmen. Denn: Sie hält nicht für plausibel, dass die Kontakte 2001 tatsächlich abrupt abrissen – bis dahin sind rund 30 Besuche des Trios belegt – und dementsprechend die Arbeit nicht für "hundertprozentig abgeschlossen". Sie könne sich nicht vorstellen, dass es über 2001 hinaus "keinen gab, der zumindest Ansprechpartner war", sagte die Kriminalhauptkommissarin in der siebten Sitzung am Freitag im Landtag. Rieger nannte dem Ausschussvorsitzenden Wolfgang Drexler (SPD) verschiedene Namen von Zeugen, die möglicherweise ihrerseits Kontakt zu Kontaktpersonen gehabt haben könnten. Ein starkes Indiz dafür, dass der NSU immer weiter Verbindungen nach Baden-Württemberg pflegte, ist der Stadtplan von Ludwigsburg, der nach dem Auffliegen im November 2011 im Brandschutt von Zwickau gefunden wurde. Der stammt auf dem Jahr 2009.

Bekannt wurde inzwischen auch, dass die drei Rechtsterroristen vor ihrem Abtauchen 1998 von Thüringer Behörden abgehört wurden. Nach Angaben Drexlers ist allerdings ungeklärt, ob die entsprechenden Protokolle noch vorhanden sind. Der Ausschuss will dem nachgehen, weil darin ebenfalls Kontakte, etwa nach Ludwigsburg oder nach Heilbronn, belegt sein könnten. (24.2.2017)

Weitere Ausschuss-Termine: 20. März, 28. April, 15. Mai, 19. Juni, 17. Juli 2017. 


Abschiebung nach Afghanistan: Strobls "katastrophale Pannen"

Immerhin eines ist geklärt: was CDU-Innenminister Thomas Strobl unter dem "konsequenten Vollzug von Recht und Gesetz" versteht. Nach einer Einzelfallprüfung durch sein Haus sollten am Mittwochabend ein psychisch kranker Mann, der per Gerichtsbeschluss schon einmal von der baden-württembergischen Abschiebe-Liste geholt wurde, und ein afghanisch-türkischer Familienvater aus München nach Kabul reisen müssen. Abermals griffen Gerichte ein. Der grüne Koalitionspartner tobt, von "katastrophalen Pannen" ist die Rede und davon, dass der CDU-Landeschef alle Absprachen gebrochen hat. Sogar Ministerpräsident Winfried Kretschmann knöpfte sich den Stellvertreter vor. Und die baden-württembergischen Jusos sprechen von einem "Spiel mit dem Leben der Betroffenen". Dass wieder Gerichte "eingreifen müssen, um diesem Irrsinn ein Ende zu setzten, zeigt, wie leichtfertig mit dem Schicksal einzelner Menschen umgegangen wird". Die Landesregierung habe den Spielraum, "das zu stoppen, und muss diesen endlich nutzen".

Bisher wollte sich Kretschmann dem vorübergehenden Abschiebestopp nach Afghanistan, den andere grün-mitregierte Länder bereits umsetzen, allerdings nicht anschließen. Der Druck auf ihn steigt aber weiter, nachdem am Mittwoch auch ein Mann abgeschoben wurde, der seit Jahren einen Arbeitsplatz in Baden-Württemberg hatte. Außerdem ist Strobl weiter uneinsichtig und will die Aufregung beim Koalitionspartner, bei den Jusos, den Flüchtlingsorganisationen und vielen Unterstützern vor Ort nicht verstehen. Stattdessen sieht er in einer Aussetzung von Abschiebungen eine "Aushöhlung des Rechtsstaats". Er könne nicht nachvollziehen, sagt der Merkel-Vize, dass es Länder gibt, die sich "systematisch weigern", geltendes Recht zu vollziehen: "Das sind Schläge gegen den Föderalismus."

Mehr zum Thema: "Späte Einsicht", "Kritik ist Lüge", "Der Hardliner", "Geisterfahrer unterwegs" https://www.kontextwochenzeitung.de/politik/300/der-hardliner-4100.html


Alles von vorne

Nicht alle bekommen eine zweite Chance, baden-württembergische Landtagsabgeordnete nehmen sie sich: Mit einem sogenannten Aufhebungsgesetz beginnen die Reparaturarbeiten nach dem bisher größten Aufreger der Legislaturperiode, der im Hau-Ruck-Verfahren beschlossenen knappen Verdoppelung der Pauschalen für Aufwand und Wahlkreis, sowie der Rückkehr zur staatlichen Altersversorgung. Die Grünen wollten alle Vorhaben gemeinsam auf den Prüfstand stellen, CDU und SPD setzten sich durch mit einer Expertenkommission, die allein die Rentenreform prüfen wird.

Zuerst allerdings muss Mitte März das entsprechende Gesetz endgültig aufgehoben werden. Danach werden die Experten, einschließlich jener vom Rechnungshof, benannt. Irgendwann im Herbst soll dann mit jener Transparenz, an der es im ersten Durchlauf bitter mangelte, über die Veränderungen, mit denen eine Anhebung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung einhergeht, diskutiert werden. Eile haben die Abgeordneten keine, denn niemand will sich ausgerechnet in den Wochen vor der Bundestagswahl abermals Vorwürfen aussetzen, sich eine Luxuspension auf Staatskosten zu genehmigen. (22.2.2017)

Mehr zum Thema: "Raffkes mit Mandat"


Fahrverbote beschlossen – Nordost-Ring vom Tisch

Wie ein Gespenst geisterte seit Wochen ein vor fast 40 Jahren beerdigtes Verkehrsprojekt durch die Debatte um Feinstaubalarmtage und Fahrverbote in der Landeshauptstadt: der Nordost-Ring. Jetzt hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) allen Spekulationen eine Absage erteilt. Auch deswegen, weil die Baumaßnahme entgegen den Behauptungen von Teilen der CDU keineswegs bereits im Bundesverkehrswegeplan steht. "Dort geht es um neun Kilometer der B 29", so Hermann nach dem heutigen Kabinettsbeschluss zu Fahrverboten ab 1.1.2018 an Feinstaubtagen, den schlussendlich auch die CDU-Landtagsfraktion mittrug.

Prompt gab es Lob von Umwelt- und Naturschützern. Hermann habe erkannt, so die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender, "wenn nicht zeitnah effiziente Maßnahmen greifen, so werden die Gerichte die Entscheidungen zum Schutze der Bürger*innen treffen und die Politik das Heft aus der Hand geben müssen". Die Stuttgarter CDU ist noch nicht ganz so weit. Für den Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann sind Fahrverbote weiterhin "politisch klar abzulehnen". Und er träumt von Nordost-Ring: Jetzt gelte es "endlich neue Verkehrsprojekte wie den Nord-Ost-Ring auf den Weg zu bringen". Hermann machte dagegen deutlich, dass das nach dem eben erst in Kraft gesetzten Bundesverkehrswegeplan gar nicht möglich ist. 

In den Sechzigern und Siebzigern waren zwei Varianten durchdacht worden: eine größere mit einem Autobahnzubringer bei Mundelsheim und eine kleinere etwa auf der Gemarkungsgrenze zwischen Waiblingen und Fellbach. Schon damals vertraten Verkehrswissenschaftler allerdings die Ansicht, dass ein Ringschluss rund um Stuttgaart weniger die Stadt, sondern die Autobahnen im Westen und Süden entlasten würde.


Korntal: Opfervertreter verlangen mehr Engagement der Landeskirche

Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Brüdergemeinde Korntal ist unterbrochen. Die Opfervertreter verlangen einstimmig, dass sich Frank Otfried July endlich entscheidend einbringt. "Wir werden nicht mehr mit den Brüdern sprechen", so Netzwerk-Sprecher Detlev Zander. Jetzt müsse "der Oberhirte, also der Bischof, ran". Im Betroffenen-Netzwerk organisiert, werfen mehr als 300 ehemalige Heimkinder der Brüdergemeinde vor, in den 1950er- bis 1980er-Jahren in deren zwei Einrichtungen sexuell missbraucht, misshandelt und gedemütigt worden zu sein.

Dass mehr Engagement von July gefordert wird, ist nicht neu. Im Sommer 2016 hatte einer der Betroffenen in einem langen Schreiben an den Landesbischof appelliert: "Die Kirche ist mit in der Verantwortung und wenn Sie als Oberhirte weiter schweigen, machen Sie sich persönlich schuldig. Die Heimopfer warten auf ein klärendes Wort von Ihnen." Denn die Korntaler Fürsorge habe "einen menschlichen Scherbenhaufen hinterlassen". (20.02.2017)


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Könnte die Karre aus dem Dreck ziehen: Leni Breymaier. Fotos: Joachim E. Röttgers

Könnte die Karre aus dem Dreck ziehen: Leni Breymaier. Fotos: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 291
Debatte

Leni, vidi, vici

Von Elena Wolf
Datum: 26.10.2016
Wie wichtig Worte sind, die aus Überzeugung gesprochen werden, hat die neue SPD-Landeschefin beim Parteitag in Heilbronn gezeigt. Ein Kommentar zum Mitte-Mantra von Sozialdemokraten, über die Sehnsucht nach einer glorreicheren Vergangenheit und den Aufbruch in neue Zeiten.

Die SPD ist schon lange keine Partei mehr, die mit gereckten Fäusten und dem Adjektiv "kämpferisch" assoziiert werden kann. Seit der Ära Willy Brandt suhlen sich viele GenossInnen im Heimweh nach einer Zeit, in der "soziale Gerechtigkeit" noch ein politisches Ideal war und nicht nur eine Wahlkampfparole. Spätestens mit Cohiba-Kanzler Gerhard Schröder ("Genosse der Bosse") versanken die einstigen Ideale im Treibsand von Geld und Machterhalt. Mit dem Wahlhammer (12,7 Prozent) der Landes-SPD im März dieses Jahres schmerzen die verklärenden Erinnerungen an bessere Zeit wie nie zuvor. Seitdem oszilliert die einstige große Volkspartei gerade in Baden-Württemberg zwischen Ratlosigkeit und Profilsuche, ist zu einem gesellschaftspolitischen Wurmfortsatz verkommen, den die Mitte-Menschen nicht mehr zu brauchen scheinen. 90 000 Ex-SPD-WählerInnen machten ihr Kreuz bei der vergangenen Landtagswahl lieber bei der Alternative für Deutschland.

Ihre Mitte hat die SPD im doppelten Wortsinn verloren. Ihre eigene nämlich und die gesellschaftliche Gruppe, die sie einst als ihre WählerInnen ausmachte. Sie zurückgewinnen hat jetzt oberste Priorität. Als Nils Schmid als Vorsitzender nach der Wahlschlappe die Segel streicht und niemand Bock auf Porsche-Betriebsratsvorsitzenden Uwe Hück hat, tritt Verdi-Chefin Leni Breymaier auf den Plan. Doch die Personalie Breymaier droht den Partei-Wagen durch interne Streitigkeiten noch tiefer in den Matsch zu fahren. "Zu links", "zu emotional", zu wenig Mitte-geeignet. Dass sie die bis vor Kurzem unbekannte, junge Ex-Vizelandeschefin der Jusos, Luisa Boos, beinhart als ihre Generalsekretärin einfordert, wird von vielen Parteimitgliedern als unnötig stressige Haudrauf-Aktion begriffen.

Die Angst vor dem Links-Gespenst

Das versetzt nicht nur Landesfraktionschef Andreas Storch subito in eine Panikattacke ob des gefürchteten Linksrucks. Doch das Links-Gespenst, das alle Stochs und Hücks in der Partei umherschleichen sehen, ist womöglich genau das, was die Sozialdemokratie wieder braucht: eine Identifikationsfigur, die für Werte steht, von denen viele schon gar nicht mehr wissen, dass sie einmal fester Bestandteil der SPD war.

Mit Breymaier bekommt die zerschossene Partei eine Frau, die es sich traut, die "Mitte" wieder zurückzuerobern, statt sich ihrer, als monolithisch begriffene Gesellschaftsschicht, affirmativ annähern zu wollen. Die Sorge um "die Mitte", die sich vom Linksruck der SPD abschrecken lassen könnte, scheint ohnehin absurd in Anbetracht von Abertausenden AfD-WählerInnen, die sich selbst eher in der Mitte als rechts sehen. Es ist Zeit für einen SPD-Reboot. Breymaier hat begriffen, dass es gilt, die Herzen zu gewinnen, ein inneres Bedürfnis zu entzünden, die Welt zu einem besseren Ort machen zu wollen.

Jetzt ist es Zeit, Worten Taten folgen zu lassen.
Jetzt ist es Zeit, Worten Taten folgen zu lassen.

Dass das mit einer emotionalen Rede gut klappt, mögen manche als postfaktischen Untergang der Sachlichkeit begreifen. Doch was ist falsch daran, Kopf und Bauch gleichermaßen zu füttern? Was ist es denn, vor was die Stochs und Hücks dieses Landes Angst haben? Breymaiers Einsatz für eine Bürgerversicherung und bezahlbaren Wohnraum für alle? Ihre Kampfansage gegen Altersarmut? Oder ihr leidenschaftlicher Einsatz für Menschen, "die nicht von ihren Vermögenserträgen leben können"? Was ist besorgniserregend daran, für ein Europa einzustehen, das "kein Kontinent der Märkte, sondern der Menschen" ist? Warum geht ein Aufschrei durch die Medien, wenn Breymaier Frauen pusht angesichts des SPD-Männerclubs im Landtag? Das alles sei "Sozialdemokratie pur", wie Breymaier mantraartig immer wieder konstatiert. Auch wer nichts mit der SPD am Hut hat, horcht zumindest auf.

Bevor die 56-Jährige mit knapp 85 Prozent von den Delegierten zur neuen Landeschefin gewählt wird, spricht sie so gut wie frei. Kein einziges Mal kommt sie ins Stolpern, vergisst ein Wort oder sucht den roten Faden. Sie lässt Angriffe mit Humor und Selbstreflexion ins Leere laufen. Alte Männer? Die möge sie. "Ich bin selbst mit einem verheiratet." Linksruck? "Ich hoffe, dass jeder in der SPD für sich reklamiert, das zu sein!" Warum gerade diese Luisa Boos? "Sie hat eine andere Lebenswelt als ich, und das brauchen wir, sonst sind wir befangen in unserer subjektiven Welt." Streit? Immer her damit. "Wir können gerne streiten wie die Kesselflicker", Harmonie-Soße brauche sie nicht. Ob und wann die baden-württembergische SPD aus dem Stimmentief herauskommt, weiß niemand. Doch mit Breymaier haben die "Sozen" eine verdammt gute Rednerin an der Front. Eine, die mit Köpfchen aus dem Bauch spricht.

Mit Kopf und Bauch in die Zukunft

Der Tübinger Philologe Winfried Stroh schreibt, dass die größten Redner Überzeugungstäter waren. Am erfolgreichsten seien die, die sich mit den feinsten Empfindungen in die Seele ihrer Mitmenschen einfühlen könnten und vermitteln, dass sie mit ganzem Herzen hinter dem stehen, was sie sagen. "Beherrsche die Sache, über die Du sprichst, dann kommen die Worte schon aus Dir heraus", rät der römische Feldherr und Staatsmann Cato der Ältere seinem Sohn. Das war 200 Jahre bevor Power-Redner wie Jesus überhaupt an eine Bergrede denken konnte. So trivial dieser väterliche Tipp daherkommt: Schon in Schule, Uni oder Konferenzen wären unzählige Vorträge nicht so schmerzhaft einschläfernd, wenn sich die RednerInnen an ihn halten würden. Es muss nicht jedem "Ceterum censeo" gleich die Zerstörung Karthagos folgen. Doch wer das Gesagte nicht selbst glaubt und den Gegenstand seiner Rede nicht geistig umfasst, bekommt erst dann wieder Aufmerksamkeit, wenn die erlösenden Worte "Danke für Ihre Aufmerksamkeit" gesprochen werden. Zu diesen Trantüten gehört Leni Breymaier nicht.


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Kommentare

Heinz Greiner, 27.10.2016 08:14
Und wenn man am morgen dann die Zeitung aufschlägt , liest man , daß die wie der Herr Riester importierte Bundestagsabgeordnete , Diakonierätin , einstimmig von 101
Kreisdelegierten für 2017 aufgestellt ist . Im wirtschaftlich niedergehenden Kreis brumme die Wirtschaft .
Freiheit und Solidarität schwadronierte sie offensichtlich auch .
Bürgerversicherungen kein Thema mehr , wohin die gesetzlichen Versicherungen gehen , kann diesen Personen auch völlig gleichgültig sein .
Die Leni pries im übrigen die Kandidatin in den höchsten Tönen .
QED .

Fritz, 27.10.2016 04:30
@Heinz Greiner:

Wie meinte mal mein Göppinger der älteren Generation frustriert zu mir... die politische "Kontinuität" des Landkreises besteht seit Jahrzehnten nur noch darin, durch ganz besonders unsympathische, reaktionäre und unfähige Politiker im Land- wie Bundestag aufzufallen.

Dietmar M., 26.10.2016 17:40
War da nicht schon was ähnliches in Hessen?
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hessen-spd-rebellen-lassen-ypsilanti-scheitern/3047036.html

Möge dies Frau Breymaier nicht auch passieren....

Heinz Greiner, 26.10.2016 17:08
Der Heimatkreis der Leni war fast 40 Jahre durch einen ÖTV Anwalt im Landtag vertreten , der nie auch nur ansatzweise eine Chance auf ein Direktmandat hatte . Jeder den die CDU präsentierte , Anfangs berufserfahren Ingenieure , später der JU Hoffnungsträger , der heute VDMA Funktionär ist , schlug den Helden , dem auch die Nähe zur Evangelischen Kirche und dem Öffentlichen Dienst nicht half .
Eine richtige Zierde war dann der Bundestagsabgeordnete Riester , der auf wer weiß welchen Wegen nach Göppingen fand . Dann haben wir noch den ehemaligen Propagandachef der IBM , der schmückte sich mit dem AFD Gründer Henkel , der über das Regionalparlament als Rentner seitdem den Landtag bereichert .Der vierte im Bunde ist ein Junganwalt , auch der Kirche verbunden und schon im Rundfunkrat und weit vorne bei der SPD BW .
Der Kreis Göppingen , einstens wirtschaftlich einer der herausragenden Kreise in BW , findet sich heute in der Reihe mit TBB . Mir ist keiner aus der Gilde der Göppinger SPD jemals mit einem positiven Beitrag , mit einem originellen Vorschlag aufgefallen .
Würden diese Leute denn die Leni vorgeschlagen haben , wenn sie eine Politik im Sinne Willy Brandts wirklich wollten ?

marion kuster, 26.10.2016 16:40
Manchmal ist kontext kritisch und hellwach. Manchmal ist Kontext aber auch eingenommen, warum auch immer. Die seit Wochen zelebrierten einseitigen Leni- Festspiele jedenfalls sind längst vorhersehbar, also sehr ermüdend und in kompromittierender Art und Weise naiv euphorisch. Kurzum: Die Endlosschleife in Sachen Breymaier mit nur unterschiedlichen Überschriften ist langsam ein Ärgernis.

Freimut Richter-Hansen, 26.10.2016 13:04
Leider Kann ich die Befürchtungen, die aus den vorherigen Kommentaren sprechen, nur zu gut verstehen.
Ich hoffe, dass Kontext der neuen SDP-Spitze weiterhin genau auf die Finger schaut. Dann werden wir sehen.
Leider ist die Herkunft aus einer Gewerkschaft heute nicht mehr per se positiv. Die Zeiten sind auch vorbei.

Jürgen Falkenstein, 26.10.2016 11:07
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: entweder die Leni beschreitet den üblichen Marsch durch die Institutionen von links unten nach rechts oben, den schon viele in ihrer Partei und auch bei den Grünen voran gegangen sind, oder sie wird von ihrer Partei (nach dem Motto: lieber gar keine Sozialdemokratie als eine sozialdemokratische) im Zusammenwirken mit den Medien richtig zur Sau gemacht ohne Rücksicht auf irgendwelche Wahlergebnisse. Da wird die Schmutzkampagne, die gegen den GDL-Vorsitzenden gelaufen ist, ein Kindergeburtstag sein!

Wie und daß so etwas funktioniert, machen uns die Parteiführung der Labourparty und die dortigen Medien vor. Die Bundes-SPD hatte übrigens für solch eine Aufgabe kurzfristig mal einen Bodo Hombach gemietet. Damals hieß das Opfer nicht Leni sondern Oskar.

Heinz Greiner, 26.10.2016 09:09
Selbst wenn die Leni , die tolle Kämpferin für arbeitende Bevölkerung
wäre , als die sich darstellt und wogegen ihr bisheriges Ersatzstreiken für das Beamten-und Pensionärstum spricht , ist diese Partei nicht mehr zu ändern . Mit den um die 50 % aus dem Öffentlichen Dienst , den Kirchenbeschäftigten/abhängigen und angeführt von einer Gruppe Juristen , die sich Pfründe aus Gewerkschaftsprozessen , Aufsichtsratsitzen und andern Posten versprechen , sind wohl über Zweidrittel weit weg von denen die diesePartei einstmals gründeten .
Max Weber hat schon vor hundert Jahren die heutige SPD vorausgesagt .
Man müßte , diesen Personen , die IGM Funktionäre hinzu , von denen H. Hück ein leuchtendes Beispiel ist , den Begriff SOZIAL , gesetzlich verbieten zu verwenden .
Versorgung und gutes Leben für die Oberen , das ist der einzige Parteizweck , Macht und Geld , der Grund warum der Dr. Nils nach Berlin wechselt wo er schon sehnlichst erwartet wird . Die ihn in die Hauptstadt schicken aus Nt , 7 Frauen im Vorstand , allenfalls der eine oder andere Alibiarbeitnehmer .
Gewählt von der Bevölkerung muß von denen keiner werden , die Landesliste richtets .

Schwabe, 26.10.2016 09:05
Und wenn es Kontext noch so oft Gebetsmühlenartig widerholt was da doch für ein hoffnungsvoller Aufbruch in der Landes SPD vor sich geht - da halte ich (und die Geschichte der SPD) dagegen.

Die SPD lässt - genau so wenig wie z.B. die CDU/CSU - keine echte linke Politik innerhalb ihrer Reihen zu! Die linken Flügel bürgerlicher Parteien sind immer noch stramm neoliberal! Das werden uns Leni Breymaier und Luisa Boos - spätestens nach den nächsten Wahlen - eindrucksvoll beweisen. Ob die (Wahlkampf)Nummer mit dem Wandel hin zu "linker" Politik nun gefruchtet hat oder nicht. Ganz nach dem bewährten Motto: (Vor der Wahl) links blinken um dann rechts abzubiegen.

Fritz, 26.10.2016 05:54
Ja, die Euphorie über die "richtige" Wahl ist im Artikel spürbar.

Doch was nutzt der (bzw. dieser) SPD ein einziger Lichtblick an der Spitze, wenn der Rest dieser Riege auch weiterhin aus drögem Machtopportunismus heraus die totale Gleichschaltung mit der CDU sucht?

Diese Leute werden in den nächsten Jahren sicherlich alles tun, um jeden Schritt in die richtige Richtung zu verhindern. Ganz zu schweigen von "externen" Faktoren, die jegliche Kursänderung der Partei gleich als "Einführung des Kommunismus" anprangern.

Vielleicht muss die SPD wirklich erst die Werte der ungeliebten und in ihrer korrupten Befangenheit völlig überflüssig gewordenen FDP erreichen, damit diese Leute endlich abgewählt werden und verschwinden.

Die Partei insgesamt muss sich von Schröder und Blair emanzipieren und wieder an den Interessen der Basis, oder besser noch der Bevölkerung, ausrichten. Schon allein das würde sie von jeder anderen der sog. "Volksparteien" abheben.

Es besteht immer noch Hoffnung für eine sozialdemokratische Partei in Deutschland. Aber es muss nicht die SPD sein.

Harald A.+Irmer, 26.10.2016 03:12
Ich sag' immer, eine völlig korrupte Firma gehört abgewickelt, die reisst auch kein anständiger Bereichsleiter wieder rum. Die Korruption in solchen Firmen ist nämlich kein bedauerlicher Unfall, sondern das Geschäftsprinzip. Schade um die ehrlichen Mitarbeiter. Aber tüchtige Leute finden wieder einen Job und brauchbare Ideen setzen sich schon irgendwann durch, eben woanders.

Ich sehe eine gute Zukunft für Frau Breymaier, aber keine für die SPD.

Zaininger, 26.10.2016 00:22
Eines wurde in Heilbronn deutlich: von den "Trantüten" war - besonders bei der Vorstellung von Luisa Boos - im Hintergrund nur Gebruddel zu hören. Da schlurften Alt-Kader durch das Foyer, die bis heute nicht einsehen wollen, dass sie den sozialdemokratischen Karren in den Dreck gefahren haben und inhaltlich für das Publikum nicht mehr einzuordnen sind. Und ob ein Herr Hück - bei aller proletarischen Vergangenheit und Rethorik - überhaupt noch weiß, was links oder rechts ist, wagt man zu bezweifeln.

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