KONTEXT Extra:
NSU-Prozesskosten bei etwa 50 Millionen Euro

Nach 313 Verhandlungstagen äußert sich Beate Zschäpe erstmals selbst im NSU-Prozess und gibt sich als geläutert - neue Erkenntnisse über die Morde liefert ihre Aussage allerdings nicht. Immerhin weiß die Presse nun, wie ihre Stimme klingt. Die Süddeutsche Zeitung findet: "klar, tief, weich, mit leichtem thüringischen Einschlag".

Wann der Marathonprozess (verhandelt wird seit Mai 2013) zu einem Ende kommen wird, scheint aktuell völlig unklar. Sicher ist hingegen: Mit jedem weiteren Verhandlungstag steigen die Kosten für das Verfahren. Und bald könnten diese über 50 Millionen Euro liegen. Im September 2013 sagte Karl Huber, damaliger Präsident des Oberlandesgerichts München, gegenüber dem Münchner Merkur, er schätze die Kosten des Verfahrens auf 150 000 Euro pro Verhandlungstag. Dies sei eine gewaltige Summe, "vor allem, wenn man bedenke, dass die Opfer oder Hinterbliebenen keinen einzigen Euro bekommen haben".

Eine Sprecherin des Oberlandesgerichts bestätigt gegenüber Kontext, dass sich an der Kostenschätzung "im Wesentlichen nichts geändert" habe. Somit liegen die geschätzten Kosten aktuell bei etwa knapp 47 Millionen Euro. Die Sprecherin betont allerdings, dass es bislang noch keine genaue Kalkulation gibt - diese erstelle man erst nach Abschluss des Verfahrens. Dann wird die Rechnung an den Bund gestellt. (29.9.2016)


Blitzschnell gegen die AfD

Grüne, CDU, SPD und FDP wollen mit einer blitzschnell auf den Weg gebrachten Gesetzesänderung das Ansinnen der beiden AfD-Gruppierungen unterlaufen, einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum  Linksextremismus in Baden-Württemberg durchzusetzen. Am kommenden Mittwoch wird der Landtag in erster und zweiter Lesung endgültig eine Änderung des Untersuchungsausschussgesetzes beschließen. Danach können weiterhin zwei Fraktionen das Minderheitenrecht zur Kontrolle von abgeschlossenem Regierungshandeln wahrnehmen, allerdings nur, wenn ihre Mitglieder nicht ein- und derselben Partei angehören. Nach der vorliegenden Tagesordnung wird die gespaltene AfD ihren Antrag unter Punkt zwei einbringen. Es folgt aber keine Abstimmung, sondern eine Überweisung an den Ständigen Ausschuss. Endgültig wird sich der Landtag am 12. Oktober mit dem Begehr befassen, mit dem unter anderem unterstellt wird, dass Linksextreme im Südwesten öffentliche Gelder bekommen. Dann ist allerdings das Gesetz geändert, und die Möglichkeit zur Antragstellung entfallen. Auch die Rechtsexperten der anderen vier Fraktionen schließen nicht aus, dass die AfD deshalb vor den Verfassungsgerichtshof zieht.


Übers Ohr gehauen

Martin Schreier war jahrelang freier Journalist und Fotograf für den Reutlinger General Anzeiger (GEA) und bekam nicht einmal den ihm zustehenden Mindestlohn. Dann hat er sich einen Anwalt genommen und sich die Kohle erstritten – Kontext hat berichtet. Am  Mittwoch, 21.9.,  um 19:30 Uhr,  berichtet der resolute Journalist zusammen mit dem ehemaligen Gewerkschaftssekretär Gerhard Manthey zum Thema „Wie Zeitungsverleger freie Journalisten übers Ohr hauen“ im Stuttgarter Clara-Zetkin-Haus. Sie werden ihre Erfahrungen teilen und erklären, wie sich Betroffene wehren können. Neben der skandalösen Tatsache, dass viele Zeitungsverlage Mindesthonorarvorgaben missachten, wehren sich nämlich viel zu wenig JournalistInnen gegen diese Zustände. (20.09.2016)


Das Schicksal der Jesidinnen in der Geißstraße

Die Stuttgarter Stiftung Geißstraße lädt für den morgigen Dienstag (20.9., 19 Uhr) zu einer Veranstaltung über "Das Schicksal der Jesidinnen". Zu Gast ist Michael Blume, der im Auftrag der Landesregierung weibliche und stark traumatisierte Opfer des IS medizinisch und psychologisch betreut hat. Im vergangenen Jahr waren 1000 Jesidinnen nach Baden-Württemberg gekommen. Blume war als Religionswissenschaftler und Referatsleiter im Staatsministerium mit der Leitung des Projekts betraut. "Eigentlich ist Michael Blume ein Beamter. Dass er in den Irak geflogen ist, um die Frauen dort rauszuholen, ist einfach eine anrührende Geschichte", erzählt Geschäftsführer Michael Kienzle. Nach dem Vortrag gibt es außerdem noch den SWR-Beitrag "Samias Rettung - Neue Heimat" zu sehen - ein Film über eine junge Jesidin in einem Flüchtlingslager im Nordirak. (19.9.2016)


Demo wie zu besten Zeiten

Stuttgart lebt – wie einst zu den Hochzeiten von S 21. Wie der BUND meldet, waren 40 000 Demonstranten auf den Beinen, um gegen TTIP und CETA zu protestieren. 320 000 seien es insgesamt in sieben deutschen Städten gewesen. Viele Junge dabei, viele Organisatoren, die aufgerufen haben, von Attac über den BUND, Gewerkschaften, Menschenrechtler, Friedensfreunde, Wohlfahrtsverbände bis zu Kirchen. Sogar fünf SPD-Fähnchen waren zu sehen. Und: Die Demo hat endlich mal wieder Laune gemacht. Auch dank Körpa Klauz ("Widerstand muss Spaß machen"), der auf der Bühne den Einheizer gab.

Artikel zu TTIP und CETA in der aktuellen Kontext:

Bundesweite Demos

Die Fronten bröckeln

Stolperstein CETA

Mehr dazu in der kommenden Kontext-Ausgabe.


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Bunte Illustriertenwelt im Kioskregal. Foto: Joachim E. Röttgers

Bunte Illustriertenwelt im Kioskregal. Foto: Joachim E. Röttgers

Ausgabe 117
Debatte

Die Krakenarme der Medienmultis

Von Ulrich Viehöver
Datum: 26.06.2013
Eine Presselandschaft ist so vielfältig und kultiviert, wie das Volk sie wünscht. Das Traumbild: Am besten sollten in jedem Ballungszentrum Deutschlands von Kiel bis Konstanz mindestens drei bis vier Zeitungen erscheinen, die publizistisch wie wirtschaftlich völlig voneinander getrennt sind. Und jede der wichtigen gesellschaftspolitischen Strömungen müsste vertreten sein. Das wahre Bild sieht anders aus.

Nur Vielfalt kann gewährleisten, dass wir uns gemäß Grundgesetz frei und ungehindert aus verschiedenen Quellen informieren können. Doch von diesem Ideal ist unsere Presselandschaft weit entfernt. Statt Pluralität herrscht öde Einfalt – gedruckt oder im Internet. Großstadtregionen mit zwei oder mehr Medienhäusern, die wirklich miteinander konkurrieren, sind selten geworden. Stattdessen hat sich bei den Mediennutzern nach dem Zweiten Weltkrieg die Meinung verfestigt, Massenmedien müssten möglichst parteipolitisch neutral ("unparteiisch"), wirtschaftlich unabhängig und damit bei allen Themen stets "objektiv" sein – welch ein weltfremder Blödsinn.

Im Mediengeschäft gibt es weder Wunder noch Heilige. Selbst eine Qualitätszeitung kann zwar Nachrichten und Themen nach bestem journalistischem Handwerk ergebnisoffen und aus diversen Perspektiven recherchieren und berichten, aber sie wird niemals auf ihr Recht verzichten können, eine eigene Meinung und Haltung einzunehmen und zu vertreten. Alles andere wäre übermenschlich. Es ist also übler Etikettenschwindel, "unparteiisch", "unabhängig" oder ähnliches sein zu wollen. Sind also die Nutzer ("User") von Massenmedien an Deutschlands trister Presselandschaft schuld, weil sie dieses Märchen glauben? Warum sind sie so uninteressiert, aus möglichst vielen (Meinungs-)Quellen schöpfen zu wollen? Sicher würde ich es mir zu leicht machen, wenn ich die Schuld an der Pressekonzentration aufs Publikum abwälzen würde. Mehr Durchblick bei den Medien wäre zwar vielen Lesern, Hörern, Zuschauern zu wünschen, aber dieser freien Sicht steht vorsätzliches Täuschen und Tarnen entgegen. Großverlage servieren nämlich ihren publizistischen Einheitsbrei in kleinen Portionen mit zahlreich Etiketten (Titeln). "More of the same", wie die Amerikaner dazu sagen.

Zehn Meinungs-Oligopolisten agieren wie Riesenkraken

Der Blick auf einen Pressekiosk täuscht Vielfalt vor, die nicht existiert. Hinter dem bunt erscheinenden Blätterwald stecken in Wahrheit vorwiegend zehn führende Medienhäuser. Sie beherrschen das Milliardengeschäft der Massenmedien – von Zeitungen über Zeitschriften bis zu Hörfunk und Fernsehen.

Bild liegt vorn, am Kiosk und in der Auflage. Foto: Röttgers
Bild liegt vorn, am Kiosk und in der Auflage. Foto: Röttgers

Die Folge dieses Meinungs-Oligopols: So ziemlich jeder Erwachsene kommt regelmäßig mit den mächtigen Meinungsmachern in Kontakt, ohne sie als Ganzes wahrzunehmen. Doch sie alle ziehen ihre Fäden still zur hohen Politik und tief in Lobbyverbände hinein. Wer kennt schon die publizistischen Riesen? Kaum ein Konzern tritt unter dem Namen seiner Besitzer auf. So stehen die fast durchweg von Familien geführten Giganten im Schatten ihrer eigenen Größe – mit Absicht. Diese Pressekonzentration im 80-Millionen-Volk ist peinlich. Und sie nimmt immer schärfere Züge an. Daher ist der Satz von Paul Sethe (1901–1967), konservativer Publizist, Journalist und umstrittener Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) aus den Sechzigerjahren, aktueller denn je: "Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten."

Publizistisch haben heute vermutlich kaum hundert Multimillionäre sowie einige Funktionäre und Spitzenpolitiker der öffentlich-rechtlichen Anstalten das Sagen. Ihr Geld und Einfluss bestimmen die Richtung. So geht der Konzentrationsprozess in der Presse munter weiter! Wie heißen diese Meinungs-Oligopolisten, was sind ihre wichtigsten Publikationen? Im ersten Teil meiner Führung gehe ich bei den großen zwei der Einflussreichen auf Entdeckungsreise: Bertelsmann und Springer. In weiteren Folgen nehme ich unter aanderem die Verlagskonzerne WAZ, Holtzbrinck, Bauer, Burda, DuMont, FAZ, Madsack und Ippen unter die Lupe sowie die nahe liegende Südwestdeutsche Medienholding (SWMH), die zusammen mit der Süddeutschen und der Rheinpfalz-Gruppe weitgehend den süddeutschen Raum dominiert.

Medienmultis sind wie Riesenkraken: Überall reichen ihre langen Arme hinein, saugen und greifen ihre Näpfe gierig den Profit. Feinde halten sie im Würgegriff. Daher zählen sich Politiker lieber zu ihren Freunden, manche fressen den großen Tieren aus der Hand. So sind Bundes- wie Landespolitiker in Aufsichts- und Beiräten zu Diensten, oder sie lassen sich in Stiftungen, Projektgruppen oder Initiativen einer Lobby einbinden. Dafür genießen die Medienhäuser allerlei Privilegien: kein Mitspracherecht des Betriebsrats bei der Einstellung oder Entlassung von Redakteuren, Steuervorteile für Presseprodukte, Privatisierung und Liberalität im Niedriglohnsektor sowie grenzenlos freie Hand bei Privatsendern und deren Programmen. Nur dem ungehemmten Einfluss der Meinungs-Oligopolisten im Medienfilz der Politik sind die geltenden Mediengesetze der Privaten zu verdanken. Dieser Hohn auf eine würdige Medienkultur ohne ethischen Anker hätte nie in Kraft treten dürfen: jede Menge Unterbrecher- und Schleichwerbung (wie im US-Fernsehen), kaum journalistische Auflagen für die Inhalte, dafür seicht mit Sport und Unterhaltung und der Lizenz zum Gelddrucken.

Bertelsmann ruft nach Privatisierung

Die absolute Nummer eins an der Spitze dieser Profiteure heißt Bertelsmann SE & Co. KG a. A. Die Gütersloher stehen weltweit stets in einer Spitzengruppe etwa unter den ersten fünf. Bertelsmann betreibt fast jede Mediensparte und mehr – der Tausendfüßler der Szene: Buchverlage (Random House, darunter Goldmann), Buch- und Musik-Clubs, Printmedien, Druckereien, Kino, Film, Video (z. B.: CLT-UFA, Universum) sowie Hörfunk und Fernsehen im In- und Ausland mit der RTL-Schiene, Vox und N-TV. Doch das Imperium ragt weit über den Medienbereich hinaus. Bertelsmann steckt ebenso hinter Callcentern, besorgt Inkasso- und Adressenmanagement sowie den Warenvertrieb (Logistik) für allerlei Produkte auch außerhalb der Verlage und bietet Internet- und Online-Auftritte an. Auch sogenannte Outsourcing-Dienstleistungen mit Billigarbeitskräfte sind dabei. Hinter diesem Geschäft steckt der Ruf nach Privatisierung, an dessen Erfolg der Riese seit Jahren profitiert. Die Bereiche jenseits des klassischen Verlagswesens beschäftigen bereits die meisten Menschen der rund 100 000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern.

Wer ahnt schon bei der Lektüre des "Spiegels" oder "Manager Magazins", dass auch diese "linken" Blätter im Einflussbereich der konservativ-pietistischen Verleger aus dem westfälischen Gütersloh liegen? Der Krake hält 25,1 Prozent am "Spiegel" und "Manager Magazin" – gedruckt wie online. Diese Publikationen sind Teil des Riesengeschäfts mit Zeitschriften und Illustrierten. Die meisten bunten Blätter sind in der Hamburger Tochter Gruner + Jahr (G + J) gebündelt, dem größten Zeitschriftenverlag Europas. Mit dem Paket führt der Konzern durch Zeitschriften wie "Stern", "Brigitte", "Gala", "Capital", "GEO", "P. M.", "essen & trinken", "Eltern", "Börse Online", "Sports", "Auto Motor Sport" usw. Neugründungen sind an der Tagesordnung wie u. a. "Park Avenue", "Emotion", "Healthy Living" ... Diverse Online- und Internetaktivitäten werden kräftig ausgebaut. Ein politisch wie gesellschaftlich entscheidender Coup gelang im Geschäft mit dem Privatfunk. Bertelsmann gehören 75,1 Prozent an der RTL-Group, wodurch die Gütersloher auch in dieser Sparte das Sagen haben – national wie international. Gut ein Viertel des RTL-Ablegers kam gerade an die Börse. Nun gebietet der Riese gemeinsam mit der britischen Pearson-Gruppe sowohl über gut zwei Dutzend TV-Sender und zig Radiostationen in Europa als auch über globale Produktionsgesellschaften für Filme und Videos.

Allerdings musste das Imperium auch Federn lassen, Betriebe sowie ganze Sparten aufgeben. So verkaufte der Multi fast alle Fachverlage (Bücher, Zeitschriften, Newsletter) sowie von der "Sächsischen Zeitung" abgesehen alle Tageszeitungen ("Berliner Zeitung", "Dresdner Morgenpost" und "Chemnitzer Morgenpost"). Die mit Pearson verlegte Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD, 50-Prozent-Anteil) wurde Ende 2012 nach hohen Verlusten eingestellt. Dieser Ausstieg ist wieder ein Beleg dafür, dass die Gütersloher wie andere Giganten nicht zögern, einzelne Objekte oder Firmen (Verlage, Druckbetriebe) radikal zu schließen oder zu verscherbeln.

Wie lockt man neue Leser an? Foto. Joachim E. Röttgers
Wie lockt man neue Leser an? Foto. Joachim E. Röttgers

Geht es ums Geld, agieren die Bertelsmann-Erben im Sinne des 2009 verstorbenen Medienmoguls Reinhard Mohn. Der konservative Pietist und Gründerenkel, der den christlichen Verlag nach 1945 zum weltlichen Weltkonzern aufbaute, hegte Rendite-Erwartungen zwischen zehn und 25 Prozent des Umsatzes pro Projekt. Seine Nachfolger übernahmen diese hohe Messlatte. Allen voran "Liz" Mohn, geborene Elisabeth Beckmann. Die frühere Telefonistin achtet streng auf die familiäre Linie im Hause sowie bei der Bertelsmann-Stiftung (diese ist politisch wie medial so einflussreich, dass sie ein eigenes Kapitel wert ist). Die anspruchsvolle "Liz" ist die zweite Frau von Reinhard Mohn. Viele Jahre leistete sich der Großverleger nämlich gleichzeitig zwei Frauen und Familien. Durch diese Parallelität zieht heute die Doppel-Familie Mohn (irgendwie) die Fäden hinter dem Medienmulti.

Auch Springer drängt ins Fernsehgeschäft

Mit deutlichem Abstand auf Bertelsmann folgt die Axel Springer-Gruppe (Berlin/Hamburg). Sein Schwergewicht liegt klar bei den aktuellen Medien, den Tageszeitungen. Der Medien-Mammut ist auch ein Riese bei Anzeigenblättern – von Schleswig bis Bayern dominieren seine Blätter mit dem roten Kopf. In diesen Sparten ist Springer Deutschlands Nummer eins. Namhafte Zeitungen sind "Bild", "Sport-Bild", "Frau im Bild", "Computer-Bild" ("Bild"-Gruppe), "Welt", "Welt kompakt", "Welt am Sonntag", "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost", "B. Z." sowie Beteiligungen an nord- und ostdeutschen Zeitungen. Der gesellschaftliche und politische Einfluss der Springer-Presse spricht aufgrund der Millionenauflagen für sich. Das tägliche Gift wird bevorzugt über die leichte Kost Sport und Unterhaltung verabreicht, inszeniert auf der Bühne "Freizeitwelt". Letztere macht angeblich alle Menschen gleich. Weitere große Zweige Springers sind daher Publikumszeitschriften aus Freizeit und Hobby ("Boot", "Golf", "Tennis", "Ski", "Kino" ...) sowie TV-Blätter ("Hörzu", "Funk Uhr"). Sehr stark ist der Konzern auch bei Frauenblättern ("Bild der Frau" etc.). Hiervon besitzt der Verlag jede Menge. Weitere Stärken sind Druckereien und der Pressevertrieb (Grosso in Deutschland wie in Österreich). Hinzu kommen eigene Film- und Videobetriebe im In- und Ausland. Beteiligungen an Hörfunksendern existieren u. a. in Hamburg, Schleswig-Holstein, Stuttgart oder München. Aus Regionalzeitungen zog sich Springer teilweise zurück (verkauft an die Madsack-Gruppe, Hannover). Andererseits wird die "Bild"-Gruppe bevorzugt forciert, vor allem online. Generell gewinnen etwa Online-Zeitungen mit Nachrichtenvideos gegenüber Printmedien deutlich an Gewicht. Dagegen rutschte der Postzusteller PIN 2008 schmachvoll in die Pleite. Das "Erfolgsmodell" für Billigjobs, das von mehreren Großverlagen getragen wurde, musste zerschlagen werden.

Auch der Springer-Konzern versucht, sein Engagement bei elektronischen Medien (Sat 1-Pro 7) im In- und Ausland stark auszuweiten. Indes, der langwierige Versuch, die TV-Sender-Kette Sat 1-Pro 7 über die Tochter Ullstein (Berlin) seit Anbeginn zu erwerben, scheiterte am Kartellamt sowie an den Marktgegebenheiten. Die Fusionswächter meinten zu Recht, dass es für die freie Meinungsbildung schädlich sei, wenn ein Presseimperium neben Zeitungen und Zeitschriften auch über elektronische Medien Regie führt und in allen Sparten und auf Kanälen die Agenda beherrscht. Warum darf dann Bertelsmann im Medienmarkt nach Belieben zugreifen, wo und wie es gefällt? Das fragt sich auch Springer vehement. Die "Bild"-Macher gaben offenbar vorerst ihr Interesse an Sat 1-Pro 7 auf. Aber ihre Aktion erscheint undurchsichtig, denn Springer bleibt neim Fernsehen dicht am Ball. Gerüchte besagen, dass der "Bild"-Konzern über seine Blätter in der Türkei und Israel Einfluss auf die deutsche Sendekette nehmen könnte.

"Newsroom" – Pressekonzentration, versteckt im Konzern

Wie so oft schwappt wieder eine neue Welle über den Großen Teich herüber, getrieben von Sparkommissaren: Zeitungsgruppen schließen vollwertige Redaktionen oder magern sie kräftig ab. Der Großteil der Blätter entsteht komplett am sogenannten Newsdesk in einer Neudeutsch Newsroom genannten Zentralredaktion. Zur äußeren Tarnung einer Pressevielfalt bleiben die Zeitungstitel ("Köpfe") bestehen. Springer ist ein Pionier der versteckten Spar- und Konzentrationswelle. "Welt", "Welt kompakt", "Welt am Sonntag", "Berliner Morgenpost" wurden 2007 in einem Newsroom zentriert. Dieses Konzentrat, das für die eigene Zeitungsgruppe redaktionell wie eine Presseagentur arbeitet, spart Hunderte von qualifizierten Arbeitsplätzen – journalistischer Qualitätsverlust ist bei dieser Zentralisierung zweitrangig.

Auch Bertelsmann folgt dem Billigkurs. Nach Springer-Vorbild wurden die Redaktionen der Wirtschaftstitel "Capital", "Impulse", "Börse Online" Ende 2008 in einem Newsroom der Zentrale konzentriert und "verschlankt". Das Ende dieser Titel? Diese Pools bedeuten eine Konzentration bei der Auswahl der Nachrichten und Themen nach innen – so verborgen, dass kein Politiker oder Kartellamt warnend den Finger gegen die Zeitungsriesen hebt. Diese heimliche Beschneidung der Informations- und Meinungsfreiheit – immerhin bezahlen die Leser für eine vollwertige Publikation und nicht für einen anonymen Newsroom – bedroht die Gesellschaft. Wer außer Springer und Bertelsmann magert seine Redaktionen ebenfalls leise ab? Denn andere große Pressehäuser sind gefolgt oder folgen. Welche Macht haben die unbekannten Meinungs-Oligopolisten? Die mediale Nestbeschmutzung geht weiter.

 

Die Reihe wird vom Autor in loser Folge fortgesetzt.


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Kommentare

Jörg Prostka, 29.06.2013 21:25
Der längliche Kommentar von Gunther Schenk ist leider sehr sinnvoll, weil in der Tat viele ökonomische und unternehmerische Details nicht korrekt sind.
Als Ergänzung hier drei Anmerkungen zur Diskussion:
1. Welche Auswirkungen haben Medienkonzentration und Medienkonvergenz auf den Berufsalltag der Journalistinnen und Journalisten? Für den Journalismus als unabdingbare Konstante der Demokratie ist das wichtiger als eine nur oberflächliche und im Detail falsche Beschreibung der Konzerne.

2. Das Privileg "kein Mitspracherecht des Betriebsrats bei der Einstellung oder Entlassung von Redakteuren" ist nach meiner Kenntnis im Betriebsverfassungsgesetz begründet. Es gilt für Arbeitgeber, die sich auf die Meinungs-, Presse-, Kunst- und Wissenschaftsfreiheit (Art.5 GG) berufen können und auf Religionsgemeinschaften. Gilt das noch für Verlage, die journalistische Inhalte bei der publizistischen Konkurrenz einkaufen?
Als Beispiel aus NRW sei die WAZ-, neuerdings Funke-Mediengruppe genannt: Nach der Schließung und Entlassung der WR-Redaktion werden die Lokalausgaben der Westfälischen Rundschau vom langjährigen lokalen Rivalen Ruhr-Nachrichten geliefert. Da ist von weltanschaulicher Tendenz nichts mehr zu sehen - da herrschen nur noch Kostendenke und Renditeerwartung!

3. Ich hoffe, dass die kontext-Redaktion sich noch zu dem Beitrag äußert, denn die Berichte über Medien in Ba-Wü in der Printausgabe (taz-Beilage) sind lesenswert. Für evtl. weitere Folgen dieser Serie über Medienkonzerne sind also mehr Genauigkeit und weniger oberflächliche Darstellung wünschenswert!

Revolte der Eisbären im Zoo, 28.06.2013 10:42
Ja, die Undurchschaubarkeit der Besitzverhältnisse wird wieder durch die Leserkommentare bestätigt. Oben fehlt noch ein Komma usw.

Und jetzt? Beißt ihr in die Gitterstäbe?

Peter Fendrich, 27.06.2013 22:57
@Benno Mehring:

Gerade wegen des zu Recht beklagten Qualitätsverlustes und der zunehmenden Alternativlosigkeit sollte man an Kontext-Autoren scheinbar überkommen hohe Ansprüche stellen können.

Selbst wenn die lange Latte an Korrekturen nicht mal annähernd berechtigt wäre, müssten die Kontext-Redakteure reagieren: Entweder um Zweifel auszuräumen oder zur Richtigstellung. Ansonsten sehe ich die Reputation gefährdet.

Benno Mehring, 27.06.2013 17:35
Warum so feige? Weil wir Journalisten es gewohnt sind (und über Generationen waren), das Geschehen vom sicheren Balkon der uns von den Alliierten geschenkten - verordneten - Pressefreiheit aus zu beurteilen. Nun, da wir im Zuge der Umbrüche der Printmedien kämpfen müssten, fehlt es uns an Strategien, vor allem aber an Mut. Zu Gunther Schenk: Warum so streng? Wäre Ulrich Viehövers Philippika besser nicht erschienen, weil der Autor einige Veränderungen nicht berücksichtigt hat? Doch wohl kaum! Zielt er deshalb mit seiner Kritik am Medien-Monopoly daneben? Dreimal nein! Können wir uns darauf einigen, dass Viehöver einen überfälligen Artikel geschrieben und Sie, werter Gunther Schenk, ein paar wichtige Ergänzungen beigesteuert haben?

Paul, 26.06.2013 12:58
aber kann mir da mal einer erklären warum die oftmals vor Arroganz nur so strotzenden Journalisten nicht auf die Barrikaden gehen?
warum wehren sich diese Menschen, die gern vom Schreibtisch "Kriege" führen, vom warmen Sessel her andere Menschen verunglimpfen (Wutbürger), mit dem erhobenen Zeigefinger die Fehler brutalsmöglich anzeigen und aufzeigen.... warum ist diese Meute so unglaublich feige?

wie ja auch die Meute der Polizisten
die Meute der Juristen
die Meute der Politiker
die Meute der Wissenschaftler

warum sind diese in römsicher Dekadenz lebenden sozialen-Hängematten-Personen so unglaublich feige? aber gnadenlos den Anderen gegenüber?

Gunther Schenk, 26.06.2013 11:23
Schade, dass auch die Kontext Wochenzeitung an der Aufgabe scheitert, das Thema Medienkonzentration in der gebotenen Sachlichkeit, mit Blick auf die Gefahren und Entwicklungen, aber ohne Schaum vor dem Mund anzunehmen. Dieser Artikel hat zwar gute Ansätze, in weiten Teilen atmet er aber noch das Verständnis der Medienlandschaft des 20. (wenn nicht 19.) Jahrhunderts (wichtig ist, was mit Druckerschwärze auf Totholz gedruckt wird), und darüber hinaus ist er leider schlecht recherchiert (wenngleich immer noch besser als die meisten anderen Veröffentlichungen der letzten Zeit zu diesem Thema). Da hilft es auch nichts, ein paar oberflächliche Aktualisierungen (wie die Verwendung des Begriffs "User") einzubauen.

Zu den gröbsten Fehlern, Veralterungen und Merkwürdigkeiten im Artikel (i.d. Reihenfolge des Vorkommens im Artikel):

<blockquote><i>Die absolute Nummer eins an der Spitze dieser Profiteure heißt Bertelsmann SE & Co. KG a. A. ... Buchverlage (Random House, darunter Goldmann), Buch- und Musik-Clubs, Printmedien, Druckereien, Kino, Film, Video (z. B.: CLT-UFA, Universum) sowie Hörfunk und Fernsehen im In- und Ausland mit der RTL-Schiene, Vox und N-TV.</i></blockquote>

<ul><li>Falls mit "Kino" die UFA-Kinos gemeint sind (was sonst keinen Sinn ergibt, da "Film" ein separater Unterpunkt ist), so gehören diese schon seit 1972 nicht mehr zum Bertelsmann-Konzern. </li>
<li>Die CLT-UFA hatte nur von 1997 (Fusion von CLT und UFA) bis 2000 (Aufgehen in der RTL-Group) eine Relevanz.</li>
<li>Vox und n-tv stehen nicht neben der "RTL-Schiene", sondern sind Teil der RTL-Group.</li></ul>

<blockquote><i>Wer ahnt schon bei der Lektüre des "Spiegels" oder "Manager Magazins", dass auch diese "linken" Blätter im Einflussbereich der konservativ-pietistischen Verleger aus dem westfälischen Gütersloh liegen? Der Krake hält 25,1 Prozent am "Spiegel" und "Manager Magazin" – gedruckt wie online.</i></blockquote>

<ul><li>Es ist mir keine Quelle bekannt, die je das "Manager-Magazin" als "linkes Blatt" bezeichnet hat - der Autor darf mich aber gerne eines besseren belehren.</li>
<li>Wenn man schon Beteiligungen die dritte Nachkommastelle genau angibt, sollte der Wert auch stimmen. Der Bertelsmann-Anteil am SPIEGEL beträgt 19,1%, am Manager-Magazin 33,0%.</li></ul>

<blockquote><i>Mit dem Paket führt der Konzern durch Zeitschriften wie "Stern", "Brigitte", "Gala", "Capital", "GEO", "P. M.", "essen & trinken", "Eltern", "Börse Online", "Sports", "Auto Motor Sport" usw. Neugründungen sind an der Tagesordnung wie u. a. "Park Avenue", "Emotion", "Healthy Living" ... </i></blockquote>

<ul><li>"Börse Online" hat der Verlag im Januar verkauft.</li>
<li>"Sports" gibt es schon seit dem alten Jahrtausend nichts mehr.</li>
<li>"Park Avenue" wurde bereits 2008 eingestellt.</li>
<li>"Emotion" wurde 2009 verkauft.</li>
<li>"Healthy Living" wurde 2010 erst verkauft, dann eingestellt.</li></ul>

<blockquote><i> Gut ein Viertel des RTL-Ablegers kam gerade an die Börse. Nun gebietet der Riese gemeinsam mit der britischen Pearson-Gruppe sowohl über gut zwei Dutzend TV-Sender und zig Radiostationen in Europa als auch über globale Produktionsgesellschaften für Filme und Videos.</i></blockquote>

<ul><li>Peason hat seine Beteiligung an RTL bereits 2001 verkauft.</li></ul>

<blockquote><i>Allerdings musste das Imperium auch Federn lassen, Betriebe sowie ganze Sparten aufgeben. So verkaufte der Multi fast alle Fachverlage (Bücher, Zeitschriften, Newsletter) sowie von der "Sächsischen Zeitung" abgesehen alle Tageszeitungen ("Berliner Zeitung", "Dresdner Morgenpost" und "Chemnitzer Morgenpost"). Die mit Pearson verlegte Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" (FTD, 50-Prozent-Anteil) wurde Ende 2012 nach hohen Verlusten eingestellt.</i></blockquote>

<ul><li>Dresner Morgenpost und Chemnitzer Morgenpost wurden nicht verkauft, sie gehören nach wie vor zum Konzern. Die Financial Times Deutschland gehörte seit 2008 zu 100% zum Verlag.</li></ul>

<blockquote><i>Viele Jahre leistete sich der Großverleger nämlich gleichzeitig zwei Frauen und Familien. Durch diese Parallelität zieht heute die Doppel-Familie Mohn (irgendwie) die Fäden hinter dem Medienmulti.</i></blockquote>

<ul><li>Die Familie zieht nicht "irgendwie die Fäden", die Struktur ist ziemlich durchschaubar: Elisabeth "Liz" Mohn ist die größte Privataktionärin der Bertelsmann S.E., und gleichzeitig ist gemäß Satzung (die sie persönlich erwähnt) die mächtigste Person in der Struktur der Bertelsmann-Stiftung.</li></ul>

<blockquote><i>Der Medien-Mammut ist auch ein Riese bei Anzeigenblättern – von Schleswig bis Bayern dominieren seine Blätter mit dem roten Kopf. </i></blockquote>

<ul><li>Offenbar versteht der Autor unter "Anzeigenblättern" etwas anderes, als üblicherweise darunter verstanden wird. Die Anzeigenblätter dieser Republik (also kostenlose Wochenblätter) werden i.d.R. von den Tageszeitungsverlagen der jeweiligen Regionen kontrolliert. Axel Springer ist nur dort im Wochenblattsektor aktiv, wo man auch Tageszeitungen verlegt - eben in Berlin und in Hamburg.</li></ul>

<blockquote><i> Namhafte Zeitungen sind "Bild", "Sport-Bild", "Frau im Bild", "Computer-Bild" ("Bild"-Gruppe), "Welt", "Welt kompakt", "Welt am Sonntag", "Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost", "B. Z." sowie Beteiligungen an nord- und ostdeutschen Zeitungen. </i></blockquote>

<ul><li>Eine "Frau im Bild" gibt es nicht - vermutlich meint der Autor die "Bild der Frau".</li>
<li>Sport-Bild und Computer-Bild (sowie die "Bild der Frau") sind Zeitschriften, keine Zeitungen.</li>
<li>Die Beteiligungen an den ost- und norddeutschen Regionalzeitungen hat der Verlag in den letzten Jahren sukzessive und vollständig verkauft".</li></ul>

<blockquote><i>Weitere große Zweige Springers sind daher Publikumszeitschriften aus Freizeit und Hobby ("Boot", "Golf", "Tennis", "Ski", "Kino" ...) sowie TV-Blätter ("Hörzu", "Funk Uhr"). </i></blockquote>

<ul><li>Die Beteiligung am Jahr-Top-Special-Verlag hat Springer Anfang des letzten Jahres verkauft. Ein Kino- oder Ski-Magazin gehört aber weder zum Portfolio des JTS-Verlags noch zum übrigen Springer-Portfolio.</li></ul>

<blockquote><i>Auch der Springer-Konzern versucht, sein Engagement bei elektronischen Medien (Sat 1-Pro 7) im In- und Ausland stark auszuweiten. Indes, der langwierige Versuch, die TV-Sender-Kette Sat 1-Pro 7 über die Tochter Ullstein (Berlin) seit Anbeginn zu erwerben, scheiterte am Kartellamt sowie an den Marktgegebenheiten.</i></blockquote>

<ul><li>Seine Beteiligung an ProSiebenSat1 hat Springer schon 2007 vollständig verkauft. Welche besondere Rolle Ullstein bei der versuchten ProSiebenSat1-Übernahme (2005) gespielt haben soll, bleibt das Geheimnis des Autors.</li></ul>

<blockquote><i>Aber ihre Aktion erscheint undurchsichtig, denn Springer bleibt neim Fernsehen dicht am Ball. Gerüchte besagen, dass der "Bild"-Konzern über seine Blätter in der Türkei und Israel Einfluss auf die deutsche Sendekette nehmen könnte.</i></blockquote>

<ul><li>Axel Springer hat keine Blätter in der Türkei und Israel. (Man besitzt jedoch 20% am türkischen Radio- und Fernsehkonzern Dogan.) Aber wie soll darüber Einfluss auf ProSiebenSat1 genommen werden? Und was hat Israel damit zu tun? Wenn man dem Autor böse gesinnt wäre, könnte man ihm unterstellen, er wolle jahrzehntealte Reflexe wiederbemühen. Zumindest ist die Taktik, irgendein Gerücht in die Welt zu setzen, und sich dann damit zu verteidigen, dass man ja "Gerücht" dazugeschrieben habe, genau die BILD-Methodik, die der Autor bei BILD selbst - zurecht - kritikwürdig findet. </li></ul>

Zusammen mit dem allgemein aggressiven Tonfall ("weltfremder Blödsinn", "Krake", "Imperium"), im Artikel vergält das einem die Freunde und das Interesse an der Lektüre. Übernimmt ein Konzern eine Publikation, so ist er eine"Riesenkrake". Verkauft er eine Publikation, so "verscherbelt" er sie. Gründen er ein weiteres Medium, so "geht es ihnen nur darum, seinen Einflussbereich auszubauen". Schließen er eines, so "geht es ihm nur ums Geld".

Dabei wirft der Artikel eigentlich wichtige Punkte auf: Den großflächige Verlust der inneren Autonomie in zahlreichen Medienkonzernen in den letzten Jahren. Den Lohnverfall. Das Adressmanagement-Unwesen. Die Probleme beim Grosso. Den schleichenden Qualitätsverlust. Die Undurchsichtigkeit vieler Konzerne. Die Verknüpfungen mit politischen und gesellschaftlichen Akteuren. Die unzureichenden Selbstorganisationsrechte der Mitarbeiter. Die fehlende Durchsetzung von inhaltlichen Auflagen bei der Rundfunklizenzierung.

Schade. Normalerweise macht die Kontext-Wochenzeitung das besser.

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Wo sind wir, dass ein 80-jähriger norwegischer Monarch bei klarerem Verstand ist, als 20 bis 30% deutscher Normalbürger? Migrationshintergrund, ob aus Dänemark, England, Oberschlesien, Togo oder Syrien hilft offensichtlich - zumindest...

Ausgabe 287 / Behinderung kostet / Klaus, 29.09.2016 22:37
Die letzte Antwort entlarvt doch die beschränkte Sicht. In welchem Land geht es denn Menschen mit Behinderung in ihrer Gesamtheit wirklich besser als in Deutschland?

Ausgabe 287 / So soll es nicht seyn / by-the-way, 29.09.2016 20:00
6. Jahrestag des BW-Regierungs-Terrorismus.... Und die Mappus- Gönner - Rech - Stumpf - Bande befindet sich immer noch auf freiem Fuß, anstatt, wie es in einem echten demokratischen Rechtsstaat selbstverständlich sein...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Paul, 29.09.2016 18:06
Möglicherweise muss ich denen entschlossen entgegentreten, die uns unterstellen, wir handelten aus rein menschlichen Beweggründen. Wir sind zwar Menschen, doch wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln. Wir setzen die mächtigen Waffen...

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / Rolf Gehrmann, 29.09.2016 13:46
Gut, dass Salzborn versucht, die Geschichte der Radikalisierung des rechten Milieus aufzuarbeiten. Was bei ihm allerdings immer eine Leerstelle bleibt, ist die spezifische Feindbilderklärung des rechten Alltagsbewußtseins, die sich...

Ausgabe 287 / Holy Hooligans / Zaininger, 29.09.2016 00:29
Danke für den Bericht. Da weiß man doch wenigstens, was für Armeen von Betern und Knalltüten auf Gottes Acker so unterwegs sind und sich für allerlei Unsinn erwecken lassen.

Ausgabe 287 / Gefährliche Toleranz / sahofman, 28.09.2016 20:58
Ich kann dem Kommentator E-F Harmsen nur zustimmen. Als Tochter eines ehemaligen KZ-Häftlings habe ich deshalb die große Sorge, dass sich die gleiche Situation anbahnt wie 1933 - die Bilder gleichen sich zu sehr!

Ausgabe 178 / Politsekte unbeobachtet / Ansgar, 28.09.2016 18:47
Die waren ja sogar den Nazis zu krude und darum ironischerweise auch NS-verfolgt. Nun ist Religion eine heikle Sache. Die Frage ist, welche Gefahr heute von dieser Sekte ausgeht.

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